
Lønstrup-
Eine Perle unter den Badeorten
Lønstrup
ist ein gemütliches altes Fischerdorf, das seinen besonderen Charakter, seine
stille Gemütlichkeit und seinen Charme bewahrt hat. Davon zeugt die gewundene
Hauptstrasse mit ihren schön restaurierten alten Fischerhäusern. Die Straße
endet unvermittelt am Meer, wo die Freizeitfischer immer noch ihre Boote an Land
ziehen, zum Schutz vor der zuweilen rauen Nordsee, die in vielerlei Hinsicht die
Stadt und ihre Umgebung geprägt hat.

Durch eine Naturkatastrophe, die Lønstrup am 11. August 1877 heimsuchte, erlangte der Ort national traurige Berühmtheit. Innerhalb von anderthalb Stunden ergoss sich ein Wolkenbruch über den Ort, der den kleinen Lønstrup Bach derart anschwellen ließ, daß er eine Kluft von 360m Länge, 15m Breite und 4,5m Tiefe riss. Der Bach riss sechs Häuser mit sich, vier weitere stürzten ein. Fischer, die sich gerade auf dem Meer befanden, hatten nichts vom Unwetter mitbekommen bis plötzlich Möbel und Hausrat an ihnen vorbeischwammen.
Das Unglück zog eine landesweite Spendenaktion nach sich. Durch viele Berichterstattungen setzte langsam der Tourismus im kleinen Ort ein. In den nachfolgenden Jahren entwickelte sich eine ausgeprägte Badehotel-Kultur.
An
den schönen, autofreien, kinderfreundlichen Stränden spielen die Kinder in den
kleinen Lagunen zwischen den Wellenbrechern, die im Winter als Küstensicherung
dienen. Die blaue Fahne, die am Strand weht, ist der Garant für völlig
sauberes Wasser.
Ein Teil der Ferienhäuser liegt auf dem höhergelegenen, offenen Gelände direkt zur Küste hin, und von vielen der Häuser aus hat man einen prächtigen Ausblick auf das Meer. Andere liegen landeinwärts in den geschützten Kiefern- und Nadelwäldern. Lønstrup ist umgeben von großen Naturschutzgebieten und einer Vielzahl interessanter Ausflugsmöglichkeiten. Die Binnendünen bei Skallerup Klit und Nørlev mit einem schönen Strand sind mit dem Fahrrad leicht zu erreichen. Und im Süden muss man bei Rubjerg Knude anhalten, bevor es weitergeht zu den steilen Abhängen von Nr. Lyngby wenige Meter von der Landstraße entfernt.

Rubjerg Knude mit seinem weißen Leuchtturm, dem schon längst die Sanddüne "über den Kopf gewachsen" ist, ist schon aus weiter Entfernung zu erkennen. Der Leuchtturm wurde im Dezember 1899 erstmals in Betrieb genommen, nachdem er an der höchsten Stelle der Steilküste - knapp 60m über dem Meer errichtet worden war. Zum Zeit des Baus befand sich zwischen den Gebäuden und der Steilküste lediglich eine flache Düne, die sich jedoch im Laufe der Jahre derart hoch auftürmte, dass das Licht vom Wasser aus schließlich überhaupt nicht mehr zu sehen war und der Leuchtturm am 1. August 1968 endgültig abgeschaltet wurde. Heute sind sämtliche Nebengebäude bereits unter der Düne verschwunden bzw. vorher abgetragen worden. Das bis vor Kurzem hier untergebrachte Flugsandmuseum musste verlegt werden.
Auch
die Kirche von Mårup zeugt von den gewaltigen Kräften der Natur. Die Kirche,
die ursprünglich ca 2 Kilometer landeinwärts lag, befindet sich heute in
bedenklicher Nähe der Steilküste. Das Meer frisst sich an dieser Stelle immer
weiter landeinwärts, pro Jahr sind es ca 3m. Und vielleicht ist es nur eine
Frage der Zeit, wann die Kirche nicht mehr existiert.

Lønstrup ist das ganze Jahr hindurch ein aktives Zentrum mit kleinen Fachgeschäften, Hotel, Restaurants, Cafès und Werkstätten, in denen Kunsthandwerker ihrer Arbeit nachgehen. Hier kann man Glasbläsern und Keramikern bei der Arbeit zuschauen.
©S. Fuhrken