Ein Spaziergang entlang der insgesamt 15km langen Steilküste zwischen Løkken im Süden und Lønstrup im Norden, dem sogenannten Lønstrup Klint, ist immer ein besonderes Erlebnis. Die höchste Stelle der Steilküste bildet Rubjerg Knude mit einer Höhe von 90m.

Lønstrup Klint ist ein lebendiges Kliff. Zum einen ist es die Meeresbrandung, die das Kliff "lebendig" macht. An Sommertagen kann man sich kaum vorstellen, dass die Wellen eine solche Höhe erreichen und das Kliff angreifen.  In Herbst- und Winterstürmen erreichen die Wellen jedoch eine erhebliche Höhe und der Sturm presst grosse Wassermengen gegen die Küste, so dass der Wasserstand um mehrere Meter ansteigt. So erreicht die Brandung das Kliff und kann dies abtragen.

 

Zudem sind aber auch andere landschaftsformende Kräfte am Werk. Das Kliff besteht größtenteils in der unteren Schicht aus Mergel bzw. Lehm, während die oberen Schichten sandiger sind. Diese Materialien verhalten sich jedoch unterschiedlich, was das von der Oberfläche durchsickernde Regenwasser angeht. Das Sickerwasser durchdringt den Sand ziemlich leicht, der Lehm staut das Wasser jedoch. Erreicht das Sickerwasser also die Lehmschicht, tritt es in der Grenzzone aus. Sickern entsprechende Mengen Wasser durch, wird der obere Teil der Mergelschicht allmählich durchtränkt und dadurch gleitfähig. Eine solche Schicht kann dann plötzlich abrutschen, was zur Folge hat, dass auch das darüberliegende Material abstürzen wird.

 

                                     

Stellenweise verlagert sich das Kliff aufgrund reichlichen Niederschlages schneller zurück als durch unmittelbare Einwirkung des Meeres. Die Brandung entfernt jedoch das abgestürzte Material, so dass das Kliff steil bleibt und erneutes Bodenfliessen leicht wieder einsetzen kann.

 

                                     

 

Zur Befestigung hat man am Strand von Lønstrup Wellenbrecher errichtet, hier bilden sich kleine Badebuchten.

An windstillen Tagen kann man von Lønstrup bis nach Løkken laufen. Es ist immer wieder spannend, ob man trockenen Fusses an Rubjerg Knude - manchmal schon bei Maarup - vorbei kommt.

Auf dem Weg kann man jede Menge Strandgut fangen, wenn man Glück hat auch Bernstein und Rhombenporphyre.

Jetzt im Herbst stehen die Chancen auf Bernstein, Rhombenporphyre und viele andere Schätze besonders gut, ausserdem kann man zusehen, wie der Strand "angefüttert" wird.

Also - GOD TUR!

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